Hildegard Vötterle Schule - Aus- und Fortbildung im Rettungsdienst

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Deutsches Rotes Kreuz - Kreisverband Kassel-Wolfhagen
Hildegard-Vötterle-Schule
Rettungsdienstschule
Deutsches Rotes Kreuz
Kassel-Wolfhagen e.V.
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Ergänzungslehrgang und Ergänzungsprüfung zur/zum Notfallsanitäter/-in

laut § 32 des Notfallsanitätergesetzes erhält eine Person…:

„…die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine mindestens fünfjährige Tätigkeit als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent nachweist, […] die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung „Notfallsanitäterin“ oder „Notfallsanitäter“ zu führen, wenn sie innerhalb von sieben Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes die staatliche Ergänzungsprüfung besteht.“

Dies gilt entsprechend „… für eine Person, die bei Inkrafttreten des Gesetzes

  1. eine mindestens dreijährige Tätigkeit als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent nachweist und zur Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung an einer weiteren Ausbildung von 480 Stunden teilgenommen hat
    oder
  2. eine geringere als eine dreijährige Tätigkeit oder, bei Personen nach Absatz 1, keine Tätigkeit als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent nachweist und zur Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung an einer weiteren Ausbildung von 960 Stunden teilgenommen hat.“

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Tätigkeit ist:

  1. Das Datum der Berufserlaubnis
  2. Der Tätigkeitsnachweis eines Leistungserbringers als Rettungsassistent/-in


A. Ergänzungslehrgang in Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung

1. Über 5 Jahre Berufserfahrung als Rettungsassistent/-in

Für Rettungsassistenten, welche bei Inkrafttreten des Gesetzes eine mindestens fünfjährige Tätigkeit nachweisen, wird eine Teilnahme an einer 32 Stündigen Ausbildung empfohlen, welche auf die Ergänzungsprüfung und deren neue Inhalte vorbereiten soll. Die Ausbildung wird unter der Verantwortung der staatlich anerkannten Notfallsanitäter Schule / Rettungsassistenten Schule erfolgen und inhaltlich aus verschiedenen pädagogischen Methoden wie, Selbstlernbausteine, Präsenzbausteine, praktische Übungen bestehen und durch die Schule erarbeitet. Nach Absolvieren dieser „Prüfungsvorbereitung“ und dem erfolgreichen Ablegen der Ergänzungsprüfung ist in dem Jahr der Prüfung keine weitere Pflichtfortbildung nach HRDG zu absolvieren.

2. Über 3 Jahre, unter 5 Jahre Berufserfahrung als Rettungsassistent/-in

Weitere Ausbildung nach Anlage 4 Nr. 1 (Ergänzungskurs).

Dauer: 480 Std.

Theoretische Ausbildung (320 Stunden):

Inhalt:

  • Kommunikation und Interaktion mit sowie Beratung von hilfesuchenden und hilfebedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte. 20 Std.
  • Handeln im Rettungsdienst an Qualitätskriterien ausrichten, die an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen orientiert sind. 20 Std.
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken, lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung durchführen. 160 Std.

Zusätzlich 120 Std. zur Verteilung auf alle anderen Themen der Notfallsanitäterausbildung.

Praktische Ausbildung (160 Stunden):

  • Interdisziplinäre Notfallaufnahme: 40 Std.
  • Anästhesie- und OP Abteilung: 40 Std.
  • Lehrrettungswache: 80 Std.

3. Unter drei Jahre Berufserfahrung als Rettungsassistent/-in

Weitere Ausbildung nach Anlage 4 Nr. 2 (Ergänzungskurs).

Dauer: 960 Std.

Theoretische Ausbildung (640 Stunden):

Inhalt:

  • Kommunikation und Interaktion mit sowie Beratung von hilfesuchenden und hilfebedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte. 60 Std.
  • Handeln im Rettungsdienst an Qualitätskriterien ausrichten, die an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen orientiert sind. 40 Std.
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken, lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung durchführen. 280 Std.

Zusätzlich 260 Std. zur Verteilung auf alle anderen Themen der Notfallsanitäterausbildung.

Praktische Ausbildung (320 Stunden):

  • Interdisziplinäre Notfallaufnahme: 80 Std.
  • Anästhesie- und OP Abteilung: 60 Std.
  • Lehrrettungswache: 140 Std.

Zusätzlich 40 Std. zur Verteilung auf einen der anderen Funktionsbereiche der klinischen Ausbildung in der Notfallsanitäterausbildung.

B. Ergänzungsprüfung

Mündlicher Teil der Ergänzungsprüfung (§18 NotSan-APrV):

  • Dauer: 30 bis 40 Minuten insgesamt
  • Das Bestehen setzt mindestens voraus, dass die Leistung des Prüflings in jedem Themenbereich trotz Mängel noch den Anforderungen genügt. Der mündliche Teil der Ergänzungsprüfung erstreckt sich auf die folgenden Themenbereiche der Anlage 1 der NotSan- APrV:
    1. Kommunikation und Interaktion mit sowie Beratung von hilfesuchenden und hilfebedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte.
    2. Handeln im Rettungsdienst an Qualitätskriterien ausrichten, die an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen orientiert sind.
    3. bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken, lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung durchführen.

Praktischer Teil der Ergänzungsprüfung (§19 NotSan-APrV):

Dauer: 20 bis 40 Minuten pro Fallbeispiel inklusiv dem Fachgespräch

Der praktische Teil der Ergänzungsprüfung erstreckt sich auf die Übernahme aller anfallenden Aufgaben einer fachgerechten rettungsmedizinischen Notfallversorgung bei zwei vorgegebenen Fallbeispielen. Eines der Fallbeispiele stammt aus dem Bereich der traumatologischen Notfälle und eines aus dem Bereich internistischer Notfälle. §17 Abs. 1, Abs.2 Satz 2 und Abs. 3 bis 5 gilt entsprechend.

§17

Praktischer Teil der Prüfung

(1) Im praktischen Teil der Prüfung hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, die während der Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der beruflichen Praxis anzuwenden und befähigt ist, die Aufgaben in der Notfallversorgung gemäß §4 des Notfallsanitätergesetzes auszuführen.

(2)…Der Prüfling übernimmt „bei zwei“ (vier)* vorgegebenen Fallbeispielen die anfallenden Aufgaben einer fachgerechten notfallmedizinischen Versorgung einschließlich

  1. der Einschätzung der Gesamtsituation,
  2. der Erstellung einer Arbeitsdiagnose,
  3. des Umgangs mit medizinisch-technischen Geräten,
  4. der Durchführung von Sofort- (Basis-) und erweiterten Versorgungsmaßnahmen,
  5. der Dokumentation sowie,
  6. soweit erforderlich, der Herstellung der Transportbereitschaft und der Übergabe der Patientin oder des Patienten in die notärztliche (ärztliche) Versorgung.

(3) Jedes Fallbeispiel wird durch ein Fachgespräch ergänzt. In diesem hat der Prüfling sein Handeln zu erläutern und zu begründen sowie die Prüfungssituation zu reflektieren.

*: Der Prüfling nimmt in der Teamprüfung an 4 Fallbeispielen teil, wird aber nur in zwei Fallbeispielen als Verantwortlicher geprüft.